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Tariferhebung bei den Zahnärzten
- Preisüberwacher klärt in eigener Regie ab

Neue Zürcher Zeitung vom 08.08.2001

Bern, 7. Aug. (sda) Die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft (SSO) wehrt sich gegen die vom Preisüberwacher verlangte Umfrage über die Zahnarzttarife. Der Preisüberwacher will die Erhebung nun selber durchführen. Die Ergebnisse sollen noch dieses Jahr vorliegen. - "Wir haben dem Preisüberwacher mitgeteilt, dass wir die Umfrage nicht durchfuhren wollen", bestätigte SSO- Sekretär Alexander Weber am Dienstag eine Meldung von Radio DRS. Die Taxpunktwerte seien fur die Behandlungskosten nicht allein ausschlaggebend, begründete Weber den Vorstandsbeschluss. Wie ein Zahnarzt behandle, ergebe sich jeweils aus der konkreten Situation des Patienten, meinte der SSO-Sekretär weiter.

Der Preisüberwacher will durch die Umfrage in Erfahrung bringen, wie viel die rund 3'500 Zahnärzte ihren Patienten verrechnen. "Wir werden die Umfrage nun selber durchführen", sagte Rafael Corazza, Geschäftsführer im Büro des Preisüberwachers, auf Anfrage. In den nächsten Wochen werden die Zahnärztinnen und Zahnärzte angeschrieben. Sie unterstehen rechtlich einer Auskunftspflicht. Ziel ist es, dass die Umfrageergebnisse noch in diesem Jahr vorliegen. Bei der Umfrage werde es sich voraussichtlich um eine Vollerhebung handeln, hielt Corazza fest. "Wir verstehen nicht, warum die SSO mit der Umfrage Probleme hat", fügte er bei. Für die Patienten sei es zurzeit "unnötig kompliziert*, Auskünfte über allfällige Zahnarztkosten zu erhalten. Mit einer Tarifliste könnten sich die Konsumenten darüber informieren, ob ein Zahnarzt höhere Oder tiefere Tarife verrechnet.

Scharfes Geschütz der Zahnärzte

Die Zahnärzte wehren sich gegen die Tariferhebung durch den Preisüberwacher, da sie der Ansicht sind, dass Behandlungskosten nicht genannt werden könnten, ohne dass man den gesundheitlichen Zustand und die Wünsche des Patienten genau kenne. Die Nennung der Preise einer einzelnen zahnärztlichen Leistung Oder einzelner Therapieschritte sage nichts darüber aus, was die gesamte Behandlung kosten werde. Die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft (SSO) bezeichnet solche Preisangaben deshalb als unnütz, ja geradezu als irreführend. Sie erachtet den Weg über einen Kostenvoranschlag fur unumgänglich.

Fur die Gesamtkosten einer Behandlung sei nämlich letztlich nicht primär die Summe der Einzelleistungen massgebend, sondern vielmehr Art und Umfang der gewählten Therapie. Das Ansinnen des Preisüberwachers erachten die Zahnärzte als medizinisch unsinnig und fahren scharfes Geschütz auf: Sie zweifeln an einer tauglichen gesetzlichen Grundlage fur das, wie sie in einem Communique schreiben, "an Nötigung grenzende Verhalten des Preisüberwachers*. Der Preisüberwacher habe sich mit seinen verschiedenen Äusserungen in der Öffentlichkeit selbst in Zugzwang versetzt. Die Zahnärzte-Gesellschaft sehe keine Möglichkeit, hier helfend einzugreifen. Mit einer "Preisanschreibepflicht" sei weder den Patienten noch den Zahnärzten gedient. Der Patient habe Anspruch darauf, dass sein medizinisches Problem mit aller Sorgfalt abgeklärt werde. Diese Sicht habe Vorrang vor rein ökonomischen Überlegungen, betonen die Zahnärzte.

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