
{"id":3344,"date":"2022-03-17T22:40:01","date_gmt":"2022-03-17T20:40:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dentaltravel.ch\/blog\/?p=3344"},"modified":"2023-06-30T21:50:49","modified_gmt":"2023-06-30T19:50:49","slug":"parodontitis-wie-gefaehrlich-ist-die-volkskrankheit-experteninterview","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dentaltravel.ch\/blog\/fachinterviews\/parodontitis-wie-gefaehrlich-ist-die-volkskrankheit-experteninterview.php","title":{"rendered":"Parodontitis \u2013 Wie gef\u00e4hrlich ist die Volkskrankheit? \u2013 Experteninterview"},"content":{"rendered":"<p>Jeder zweite Erwachsene hat Parodontitis, oftmals auch Parodontose genannt. Das ist eine Entz\u00fcndung des Zahnhalteapparats, die unbehandelt zum Zahnverlust f\u00fchren kann. Was viele nicht wissen: Die chronische Zahnbettentz\u00fcndung ist auch ein Risikofaktor f\u00fcr Herzerkrankungen und Diabetes. Jetzt machen Sie sich bestimmt Sorgen, dass auch Sie von der Volkskrankheit betroffen sein k\u00f6nnten oder leiden Sie sogar bereits darunter?<\/p>\n<p>In unserem kostenlosen Live-Webinar \u201eParodontitis\u00a0\u2013\u00a0Wie gef\u00e4hrlich ist die Volkskrankheit?\u201c geben Ihnen Gesundheitsexpertin <a href=\"https:\/\/www.dentaltravel.ch\/zahnexpertin-eszter-jopp.php\">Eszter Jopp<\/a> und Chefarzt <a href=\"https:\/\/www.dentaltravel.ch\/dr-med-dent-zoltan-ovari-cosmo-dent.php\">Dr. med. dent. Zoltan Ovari<\/a> von der Budapester <a href=\"https:\/\/www.dentaltravel.ch\/cosmodent.php\">Zahnklinik CosmoDent<\/a> Tipps, wie Sie Parodontitis erkennen, gezielt vorbeugen und die Krankheit erfolgreich behandeln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Parodontitis\/Parodontose - Wie gef\u00e4hrlich ist die Volkskrankheit? | Zahnklinik-Ungarn.de\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/AC7Fjep_CDw\" width=\"760\" height=\"515\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong>In dem Experteninterview am 17. M\u00e4rz wurden folgende Fragen von Dr. Ovari beantwortet:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wie erkenne ich Parodontitis? <\/strong><\/p>\n<p>Typische Anzeichen von Parodontitis sind Zahnwanderung, Zahnbeweglichkeit und Mundgeruch. Bei Nichtrauchern kommt Zahnfleischbluten hinzu. Wenn Sie unter diesen Symptomen leiden, sollten Sie unbedingt schnell zum Zahnarzt gehen, denn bei Parodontitis ist Fr\u00fcherkennung enorm wichtig. Diesem Ziel dient der Parodontale Screening Index (PSI). Der PSI bietet einen orientierenden \u00dcberblick \u00fcber das m\u00f6gliche Vorliegen und die Schwere einer parodontalen Erkrankung sowie den m\u00f6glichen Behandlungsbedarf. Er erm\u00f6glicht es, bereits fr\u00fche Formen von Zahnbetterkrankungen zu erfassen, was die erfolgreiche Behandlung erleichtert.<\/p>\n<p>Mit einer Spezialsonde misst der Zahnarzt dazu die Tiefe der einzelnen Zahnfleischtaschen und die Blutungsneigung. Die Ergebnisse fasst er in einem Index zusammen, dem PSI (Parodontaler Screening-Index). Es gibt vier Stufen: Bei PSI 1 und 2 liegt die Taschentiefe unter 3,5 Millimeter, bei PSI kommen Zahnstein oder Bel\u00e4ge dazu, die gef\u00e4hrlich werden k\u00f6nnten. Bei einem PSI 3 besteht der Verdacht auf eine leichte bis mittelschwere Parodontitis. Die Taschentiefen liegen dann zwischen 3,5 und 5,5 Millimeter. PSI 4 bedeutet eine mittelschwere bis schwere Parodontitis mit Taschentiefen \u00fcber 5,5 Millimeter.<\/p>\n<p><strong>Wie kommt es zu Parodontitis? <\/strong><\/p>\n<p>Ausgel\u00f6st wird\u00a0Parodontitis\u00a0durch Bel\u00e4ge (Plaque) in den Zahnzwischenr\u00e4umen und auf den Zahnoberfl\u00e4chen. Die Plaque besteht aus einem Netzwerk von Bakterien, deren Stoffwechselprodukte die Entz\u00fcndung ausl\u00f6sen, die letztlich zum Zahnverlust f\u00fchrt. Grunds\u00e4tzlich gilt: ohne Plaque keine\u00a0Parodontitis.<\/p>\n<p><strong>Ist<\/strong> <strong>Parodontitis ansteckend?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, die Infektionskrankheit\u00a0Parodontitis\u00a0ist\u00a0ansteckend. Die aggressiven Bakterien k\u00f6nnen beispielsweise bei Benutzung desselben Bestecks oder beim K\u00fcssen \u00fcbertragen werden. Nicht jeder Mensch, der mit\u00a0Parodontose-Bakterien belastet ist, leidet auch zwangsl\u00e4ufig unter der Zahnerkrankung.<\/p>\n<p><strong>Ist Parodontitis heilbar?<\/strong><\/p>\n<p>Kaum einer weiss, dass Parodontitis nicht heilbar ist \u2013 es handelt sich um eine chronische Entz\u00fcndung. Wer einmal eine Parodontitis entwickelt hat, ben\u00f6tigt folglich lebenslange zahn\u00e4rztliche Kontrolle und Betreuung. Die moderne Parodontitistherapie kann den Abbau des Zahnhalteapparats zwar nicht r\u00fcckg\u00e4ngig machen \u2013 aber die Entz\u00fcndung in den meisten F\u00e4llen verlangsamen oder gar stoppen.<\/p>\n<p>Auch bei Zahnlosen existieren die Parodontitis ausl\u00f6senden Bakterien weiter und k\u00f6nnen beispielsweise bei einer Implantatbehandlung diese \u201eparodontitis\u00e4hnlichen\u201c Symptome\/Periimplantitis bei den Implantaten beg\u00fcnstigen.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine nachhaltige <a href=\"https:\/\/www.dentaltravel.ch\/parodontosebehandlung.php\">Parodontalbehandlung<\/a> ist eine gute Prophylaxe unverzichtbar. Dazu geh\u00f6rt die sorgf\u00e4ltige h\u00e4usliche Mundhygiene und die Unterst\u00fctzung der eigenen Zahnpflege durch eine regelm\u00e4ssige <a href=\"https:\/\/www.dentaltravel.ch\/professionelle-zahnreinigung.php\">professionelle Zahnreinigung<\/a> (PZR)<\/p>\n<p><strong>Was beeinflusst das individuelle Parodontitisrisiko? <\/strong><\/p>\n<p>Zur Ursachenbek\u00e4mpfung bei Parodontitis geh\u00f6rt neben besserer Mundhygiene auch die Umstellung auf eine ausgewogene, antientz\u00fcndliche Ern\u00e4hrung. Leiden Sie bereits unter Diabetes, ist auf eine gute Einstellung des Blutzuckers zu achten. Hier hilft die Orientierung am Logi-Prinzip: Kohlenhydrate sind deutlich zu reduzieren, insbesondere Zucker \u2013 auch versteckter Zucker in industriell hergestellten Lebensmitteln \u2013 und helles Mehl. Die richtige Ern\u00e4hrung beugt also Parodontitis vor und ist Voraussetzung daf\u00fcr, dass eine Zahnbettentz\u00fcndung dauerhaft ausheilen kann.<\/p>\n<p>Ausserdem unterliegt das Risiko f\u00fcr Parodontitis verschiedenen Einflussfaktoren. Dazu z\u00e4hlen:<\/p>\n<ul>\n<li>Unzureichende Mundhygiene<\/li>\n<li>Rauchen<\/li>\n<li>Diabetes mellitus<\/li>\n<li>Psychosozialer Stress<\/li>\n<li>Ungesundes Ern\u00e4hrungsverhalten\u00a0(\u00dcbergewicht bzw. Fehl- und Mangelern\u00e4hrung)<\/li>\n<li>Genetisch festgelegte (vererbte)\u00a0Funktionsst\u00f6rungen des Immunsystems<\/li>\n<li>Hormonelle Ver\u00e4nderungen\u00a0(Menstruationszyklus, Schwangerschaft, Wechseljahre, etc.)<\/li>\n<li>\u00dcbergewicht<\/li>\n<li>Bluthochdruck<\/li>\n<li>Bestimmte Medikamente \u2013 bei der Parodontaltherapie wird der Patient darauf hingewiesen und gebeten nach R\u00fccksprache mit dem Hausarzt, auf ein anderes Medikament umzusteigen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Chronisch Erkrankte,\u00a0wie\u00a0Diabetes-, Herz-\u00a0und\u00a0Rheumapatienten\u00a0oder auch Patienten mit\u00a0Autoimmun-\u00a0oder\u00a0Krebserkrankung\u00a0leiden aufgrund von m\u00f6glichen Wechselwirkungen besonders an den Folgen einer Parodontitis.<\/p>\n<p>Die Kenntnis \u00fcber das individuelle Parodontitisrisiko ist vor allem auch hinsichtlich der\u00a0Folgerisiken f\u00fcr die Allgemeingesundheit\u00a0wichtig. Parodontale Erkrankungen k\u00f6nnen negative Auswirkungen auf Allgemeinerkrankungen wie\u00a0Herz-Kreislauf-Erkrankungen\u00a0(Herzinfarkt, Hirnschlag, Herzklappenentz\u00fcndungen, Endokarditis),\u00a0Lungenerkrankungen\u00a0(Bronchitis),\u00a0Rheuma\u00a0(Polyarthritis) oder Typ-2-Diabetes\u00a0haben. Selbst das Risiko, in der Schwangerschaft eine Fr\u00fchgeburt zu erleiden, kann durch eine unbehandelte Parodontitis stark steigen.<\/p>\n<p><strong>Wie kann ich Parodontitis vorbeugen?<\/strong><\/p>\n<p>Parodontitis ist sehr gut erforscht. So k\u00f6nnen Sie vorbeugen:<\/p>\n<ul>\n<li>Zahnzwischenr\u00e4ume reinigen: Machen Sie es sich zur Gewohnheit, die Zahnzwischenr\u00e4ume jeden Tag zu reinigen \u2013 am besten morgens oder abends. Verwenden Sie f\u00fcr jeden Zahnzwischenraum die passende Interdentalb\u00fcrste. Vor allem bei gr\u00f6sseren Zahnzwischenr\u00e4umen, aber auch bei Br\u00fccken oder Zahnspangen sind Interdentalb\u00fcrstchen besser geeignet als Zahnseide. Die Prophylaxeassistentinnen unserer Partner k\u00f6nnen bei der Auswahl der geeigneten B\u00fcrsten und bei Fragen zur richtigen Anwendung helfen. Zwischen eng beieinander liegenden Z\u00e4hnen ist Zahnseide dagegen eine gute Wahl.<\/li>\n<li>Verwenden Sie Interdentalb\u00fcrsten richtig: Schieben Sie die kleinen B\u00fcrstchen immer vollst\u00e4ndig durch den Zahnzwischenraum. In jedem Zahnzwischenraum die B\u00fcrste f\u00fcnfmal hin und her bewegen und immer wieder unter fliessendem Wasser reinigen. Zum Schluss nochmals gr\u00fcndlich aussp\u00fclen und zum Trocknen aufstellen. Interdentalb\u00fcrsten m\u00fcssen regelm\u00e4ssig gewechselt werden.<\/li>\n<li>Geben Sie das Rauchen auf: Raucher haben ein sechsmal h\u00f6heres Risiko, an Parodontitis zu erkranken, neben vielen anderen Risiken.<\/li>\n<li>Zahn\u00e4rzte empfehlen, die Z\u00e4hne zweimal im Jahr professionell reinigen zu lassen. Die Kosten werden zwar nicht von den gesetzlichen Krankenkassen \u00fcbernommen, aber die Z\u00e4hne werden dabei gr\u00fcndlich von Zahnbelag befreit. Sinnvoll ist auch eine halbj\u00e4hrliche Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Wie wird Parodontitis erfolgreich behandelt?<\/strong><\/p>\n<p>Wichtig ist zun\u00e4chst die Diagnose. Nur wenn die hartn\u00e4ckige Plaque entfernt wird, hat das Zahnfleisch eine Chance zu heilen. Um die Volkskrankheit Parodontose zu bek\u00e4mpfen, wird der Zahnbelag mechanisch durch die professionelle Zahnreinigung (PZR) entfernt. Hier beginnt die eigentliche Parodontaltherapie. Sehr oft ist die Initialbehandlung eine tiefe K\u00fcrettage unter Lokalan\u00e4sthesie (Full Mouth Desinfection). Zahnfleischtaschen mit einer Tiefe von mehr als sieben Millimetern m\u00fcssen chirurgisch gereinigt werden, da die Instrumente der Zahnpflege nicht alle betroffenen Stellen erreichen. Dabei wird das Zahnfleisch unter \u00f6rtlicher Bet\u00e4ubung heruntergeklappt, um die tief liegenden Bel\u00e4ge und Ablagerungen zu entfernen. Anschliessend erh\u00e4lt der Patient einige Tage lang hoch dosierte Antibiotika, um die Entz\u00fcndung zu bek\u00e4mpfen. Nach der Behandlung zieht sich das Zahnfleisch zusammen und legt sich wieder an die Z\u00e4hne an.<\/p>\n<p><strong>Gibt es Hausmittel gegen Parodontitis? <\/strong><\/p>\n<p>Weder Hausmittel wie Backpulver, Aloe Vera, Nelken\u00f6l, Teebaum\u00f6l, Kurkuma, Salz, Salbei und Thymian, Kokosnuss\u00f6l oder Tee noch Mundsp\u00fclungen k\u00f6nnen Parodontitis stoppen. Wenn Sie vorsorgen m\u00f6chten, sollten Sie auf eine ausgewogene Ern\u00e4hrung achten.\u00a0Essen Sie kalziumreiche Lebensmittel wie beispielweise gr\u00fcnes Gem\u00fcse. Es st\u00e4rkt Z\u00e4hne und Zahnfleisch. Ausserdem sollten Sie Ihr Immunsystem mit den Vitaminen C und D sowie Spurenelementen st\u00e4rken.<\/p>\n<p><strong>Welcher Zahnersatz ist bei Parodontitis zu empfehlen? <\/strong><\/p>\n<p>Das ist sehr individuell und wird auch von der Kooperationsf\u00e4higkeit sowie dem Alter des Patienten beeinflusst. Hier ist Teamwork zwischen Parodontologe\/Prothetiker und Implantologe sehr hilfreich, so wie es in unseren Zahnkliniken in Ungarn m\u00f6glich ist. Hier arbeiten verschiedene Fach\u00e4rzte Hand in Hand zusammen. Man kann aber sagen, dass bei leichter bis mittelschwerer Parodontose <a href=\"https:\/\/www.dentaltravel.ch\/zahnbruecke.php\">Br\u00fccken<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.dentaltravel.ch\/zahnimplantate.php\">Zahnimplantate<\/a> durchaus zu empfehlen sind. Bei einem von Parodontose gesch\u00e4digten Gebiss mit nur wenig Knochenabbau stellen Implantate oft die beste L\u00f6sung dar. Die umliegenden Z\u00e4hne m\u00fcssen, anders als bei einer Br\u00fccke, nicht zur Befestigung der Br\u00fcckenpfeiler angeschliffen werden und bleiben somit unversehrt. Ziel muss jedoch sein, die Parodontose vor dem Eingriff bestm\u00f6glich zu behandeln. Auch im Anschluss an die Implantation sind eine gute Mundhygiene und regelm\u00e4ssige Nachsorge essenziell f\u00fcr den dauerhaften Behandlungserfolg.<\/p>\n<p>Wenn Sie noch Fragen zu der Videokonferenz oder Ihrer Zahnbehandlung in Ungarn haben, kontaktieren Sie uns bitte \u00fcber das Kontaktformular.<\/p>\n<span class='mb-center maxbutton-1-center'><span class='maxbutton-1-container mb-container'><a class=\"maxbutton-1 maxbutton maxbutton-kontaktbutton\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.dentaltravel.ch\/kontakt.php\"><span class='mb-text'>Zum Kontaktformular<\/span><\/a><\/span><\/span>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jeder zweite Erwachsene hat Parodontitis, oftmals auch Parodontose genannt. 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