
{"id":3482,"date":"2023-07-20T22:02:01","date_gmt":"2023-07-20T20:02:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dentaltravel.ch\/blog\/?p=3482"},"modified":"2023-07-20T22:02:08","modified_gmt":"2023-07-20T20:02:08","slug":"parodontitis-ursachen-symptome-praeventive-massnahmen-experteninterview","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dentaltravel.ch\/blog\/fachinterviews\/parodontitis-ursachen-symptome-praeventive-massnahmen-experteninterview.php","title":{"rendered":"Parodontitis: Ursachen, Symptome, pr\u00e4ventive Massnahmen \u2013 Experteninterview"},"content":{"rendered":"<p>Rund 40 Prozent der Schweizer Bev\u00f6lkerung leidet an Parodontitis. Vermutlich liegt die Dunkelziffer jedoch weit h\u00f6her, denn diese chronische bakterielle Entz\u00fcndung im Mundraum wird oft viel zu sp\u00e4t diagnostiziert. Ein Grund daf\u00fcr ist, dass die Krankheit nicht sofort zu Schmerzen f\u00fchrt.<\/p>\n<p>In unserem Webinar \u201eParodontitis\u201c spricht Gesundheitsexpertin <a href=\"https:\/\/www.dentaltravel.ch\/zahnexpertin-eszter-jopp.php\">Eszter Jopp<\/a> mit dem erfahrenen Zahnmediziner und ausgebildeten Parodontologen Dr. med. dent. Peter Toth aus Budapest dar\u00fcber, welche Folgen Parodontitis auf den ganzen K\u00f6rper haben kann.<em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"YouTube video player\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/zH9kouCqQMw\" width=\"760\" height=\"515\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong>In dem Experteninterview <\/strong><strong>\u201eParodontitis\u201c am 20. Juli 2023 wurden folgende Fragen beantwortet:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Was versteht man unter einer Parodontitis?<\/strong><\/p>\n<p>Die Parodontitis ist eine chronische Erkrankung, die rechtzeitig behandelt werden sollte. Bei einer Parodontitis ist das gesamte Zahnbett entz\u00fcndet, da das Immunsystem bei der Bek\u00e4mpfung von Bakterien das eigene K\u00f6rpergewebe angreift. Die Bakterien in den Zahnbel\u00e4gen sondern Gifte und S\u00e4uren ab, die Z\u00e4hne und Zahnfleisch sch\u00e4digen. In der Folge entsteht eine Zahnfleischentz\u00fcndung (Gingivitis) mit anschliessender Schwellung. Zwischen Zahn und Zahnfleisch bildet sich eine Zahnfleischtasche, in der sich Bakterien ansiedeln. Diese k\u00f6nnen eine Zahnbettentz\u00fcndung ausl\u00f6sen.<\/p>\n<p><strong>Welcher Unterschied besteht zwischen Parodontitis und Parodontose?<\/strong><\/p>\n<p>Unter dem Begriff Parodontose wurden im allt\u00e4glichen Sprachgebrauch lange Zeit Erkrankungen des Zahnhalteapparates zusammengefasst. Als \u00dcberbegriff gilt diese Bezeichnung inzwischen jedoch als veraltet. Sie findet allenfalls noch Verwendung, wenn es darum geht, den R\u00fcckgang von Zahnfleisch und Kieferknochen ohne eine vorliegende Entz\u00fcndung zu beschreiben.<br \/>\nAls <strong>Parodontitis<\/strong> wird die entz\u00fcndliche Erkrankung des Zahnhalteapparates (Parodontium) bezeichnet. Ein Zahnfleischschwund und eine voranschreitende Zerst\u00f6rung des Zahnhalteapparats geht in der Regel mit entz\u00fcndlichen Prozessen einher. Dieser Begriff hat sich deshalb als korrektere Bezeichnung auch \u00fcbergreifend durchgesetzt.<\/p>\n<p><strong>Welche Beschwerden bereitet eine Parodontitis?<\/strong><\/p>\n<p>Das T\u00fcckische an einer Parodontitis ist, dass sie sich oft erst im fortgeschrittenen Stadium bemerkbar macht. Die Zahnfleischentz\u00fcndung, die ihr vorausgeht, wird unter Umst\u00e4nden vom Betroffenen gar nicht erkannt, da sie kaum mit Schmerzen einhergeht. Ihre Symptome sind oft schwach ausgepr\u00e4gt und werden, falls sie doch auffallen, nicht ernst genommen.<\/p>\n<p>Anzeichen f\u00fcr eine Gingivitis sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Schwellungen und\/oder R\u00f6tungen am Zahnfleisch<\/li>\n<li>Druckgef\u00fchl an den entz\u00fcndeten Stellen, schmerzhafte Stellen<\/li>\n<li>Zahnfleischbluten, das nicht nur nach zu kr\u00e4ftigem Z\u00e4hneputzen auftritt<\/li>\n<li>Mundgeruch<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wer solche Symptome beobachtet, sollte umgehend einen Zahnarzt aufsuchen. Das fr\u00fchzeitige Erkennen und eine sofortige Behandlung k\u00f6nnen verhindern, dass es zu einer Parodontitis kommt.<\/p>\n<p>Folgen einer Parodontitis zeigen sich in Zahnfleischr\u00fcckgang, Zahnfleischblutungen beim Z\u00e4hneputzen, Mundgeruch und schlechtem Geschmack im Mund. Wird eine Parodontitis nicht rechtzeitig behandelt, kann sie im schlimmsten Fall zu lockeren Z\u00e4hnen, Zahnverlust sowie zu lebensgef\u00e4hrlichen Erkrankungen f\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Welche gesundheitlichen Beschwerden kann eine Parodontitis noch ausl\u00f6sen?<\/strong><\/p>\n<p>Einige Studien legen einen deutlichen Zusammenhang zwischen\u00a0Parodontitis\u00a0und Herz-Kreislauf-Erkrankungen nahe. Daneben besteht bei einer chronischen Entz\u00fcndung des Mundraums ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr einen schweren Verlauf von chronischen Atemwegserkrankungen, Rheuma, Osteoporose und Bluthochdruck. Auch Einfl\u00fcsse auf Demenz und Parkinson werden in der Fachwelt diskutiert. Besonders gut sind m\u00f6gliche Zusammenh\u00e4nge zwischen Parodontitis und Diabetes wissenschaftlich belegt.<\/p>\n<p><strong>Wie kann man einer Parodontitis vorbeugen?<\/strong><\/p>\n<p>Eine gute Mundhygiene ist das A und O. Wenn Sie ein paar einfache Regeln beachten, k\u00f6nnen Sie einer Parodontitis vorbeugen:<\/p>\n<ul>\n<li>Putzen Sie mindestens zweimal t\u00e4glich die Z\u00e4hne. Warten Sie jedoch nach einer Mahlzeit damit eine halbe Stunde, um nicht den Zahnschmelz anzugreifen<\/li>\n<li>Benutzen Sie regelm\u00e4ssig\u00a0Zahnseide\u00a0und Interdentalb\u00fcrstchen, um Zahnbelag aus den Zwischenr\u00e4umen zu entfernen<\/li>\n<li>Lassen Sie sich die dazu notwendigen Techniken und Hilfsmittel von Ihrem Zahnarzt oder dessen geschultem Personal erkl\u00e4ren<\/li>\n<li>Gehen Sie halbj\u00e4hrlich zur zahn\u00e4rztlichen Vorsorge-Untersuchung. So kann eine Parodontitis fr\u00fchzeitig erkannt werden<\/li>\n<li>Bei einer so genannten <a href=\"https:\/\/www.dentaltravel.ch\/professionelle-zahnreinigung.php\">professionellen Zahnreinigung (PZR)<\/a> werden nicht nur alle Z\u00e4hne gr\u00fcndlich gereinigt, sondern auch die individuellen Problemzonen aufgedeckt und deren Reinigung erkl\u00e4rt und ge\u00fcbt. Die H\u00e4ufigkeit der PZR h\u00e4ngt vom Befund ab und sollte zahn\u00e4rztlich festgelegt werden. Viele Krankenkassen geben inzwischen Zusch\u00fcsse zur PZR, da ein gesetzlicher Anspruch nur auf das Entfernen von Zahnstein einmal pro Jahr (bei Vorliegen eines Pflegegrades zweimal pro Jahr) besteht<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Was beeinflusst das individuelle Parodontitisrisiko?<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt mehrere Faktoren, die das Risiko f\u00fcr eine Parodontitis beeinflussen k\u00f6nnen. Dazu z\u00e4hlen:<\/p>\n<ul>\n<li>Unzureichende Mundhygiene<\/li>\n<li>Rauchen: Raucher haben durchschnittlich ein f\u00fcnf- bis sechsfach h\u00f6heres Parodontitis-Risiko.<\/li>\n<li>Diabetes mellitus: Krankheiten wie Diabetes k\u00f6nnen ebenfalls eine Parodontitis beg\u00fcnstigen. Es ist daher auch aus dieser Hinsicht wichtig, die Grunderkrankung effektiv zu behandeln<\/li>\n<li>Psychosozialer Stress<\/li>\n<li>Ungesundes Ern\u00e4hrungsverhalten\u00a0(\u00dcbergewicht bzw. Fehl- und Mangelern\u00e4hrung)<\/li>\n<li>Genetisch festgelegte (vererbte)\u00a0Funktionsst\u00f6rungen des Immunsystems<\/li>\n<li>Hormonelle Ver\u00e4nderungen\u00a0(Menstruationszyklus, Schwangerschaft, Wechseljahre, etc.)<\/li>\n<li>Bluthochdruck<\/li>\n<\/ul>\n<p>Chronisch Erkrankte,\u00a0wie\u00a0Diabetes-, Herz-\u00a0und\u00a0Rheumapatienten\u00a0oder auch Patienten mit\u00a0Autoimmun-\u00a0oder\u00a0Krebserkrankung\u00a0leiden aufgrund von m\u00f6glichen Wechselwirkungen besonders an den Folgen einer Parodontitiserkrankung.<\/p>\n<p>Sollten Sie zu der Gruppe der Risikopatienten z\u00e4hlen, mehrere Risikofaktoren auf Sie zu treffen oder ein angegriffenes Immunsystem haben, dann ist eine gute Zusammenarbeit zwischen Ihrem Zahnarzt und Ihrem Hausarzt empfehlenswert.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich sollten alle Personen \u00fcber 40 Jahre, auch wenn Sie keiner Risikogruppe angeh\u00f6ren, die regelm\u00e4ssige Prophylaxe und halbj\u00e4hrliche Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt wahrnehmen. Hiermit sorgen Sie nicht nur f\u00fcr Ihre Z\u00e4hne, sondern auch f\u00fcr Ihre allgemeine Gesundheit und Fitness vor.<\/p>\n<p><strong>Wie wird eine Parodontitis behandelt?<\/strong><\/p>\n<p>Die schlechte Nachricht zuerst: Den meisten Menschen ist nicht bewusst, dass eine Parodontitis nicht heilbar ist \u2013 es handelt sich um eine chronische Entz\u00fcndung. Wer einmal eine Parodontitis entwickelt hat, ben\u00f6tigt folglich lebenslange zahn\u00e4rztliche Kontrolle und Betreuung. Die moderne <a href=\"https:\/\/www.dentaltravel.ch\/parodontosebehandlung.php\">Parodontitistherapie<\/a> kann den Abbau des Zahnhalteapparats zwar nicht r\u00fcckg\u00e4ngig machen \u2013 aber die Entz\u00fcndung in den meisten F\u00e4llen verlangsamen oder gar stoppen. F\u00fcr eine nachhaltige Parodontalbehandlung ist folglich ein langfristiger Prophylaxe-Gedanke unverzichtbar. Zu den g\u00e4ngigen Behandlungsmethoden geh\u00f6ren eine gr\u00fcndliche PZR, eine Entfernung von bakteriellen Bel\u00e4gen und Zahnstein, Wurzelgl\u00e4ttung sowie in fortgeschrittenen F\u00e4llen chirurgische Eingriffe. Eine gute h\u00e4usliche Mundhygiene und regelm\u00e4ssige Nachsorge sind zwingend erforderlich, um den Behandlungserfolg aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<p><strong>Welchen Unterschied gibt es bei der Behandlung in Ungarn? <\/strong><\/p>\n<p>In der Schweiz kann eine Parodontitisbehandlung bis zu zwei Jahre dauern und wird entweder von einem Zahnarzt oder einer Dentalhygienikerin durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>In Ungarn ist die Behandlungsdauer k\u00fcrzer, hier sind nur drei Aufenthalte erforderlich. Hier erwarten Sie ausschliesslich sehr erfahrene und speziell ausgebildete Fach\u00e4rzte f\u00fcr Parodontologie. In Ungarn d\u00fcrfen per Gesetz Parodontitisbehandlungen nur von Zahn\u00e4rzten durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>M\u00f6chten Sie eine kostenlose Videoberatung mit einem unserer Zahn\u00e4rzte buchen oder haben Sie Fragen zu Ihrer kosteng\u00fcnstigen Zahnbehandlung in Ungarn? Dann kontaktieren Sie uns bitte unter <a href=\"mailto:info@dentaltravel.ch\">info@dentaltravel.ch<\/a> oder \u00fcber das Kontaktformular.<\/p>\n<span class='mb-center maxbutton-1-center'><span class='maxbutton-1-container mb-container'><a class=\"maxbutton-1 maxbutton maxbutton-kontaktbutton\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.dentaltravel.ch\/kontakt.php\"><span class='mb-text'>Zum Kontaktformular<\/span><\/a><\/span><\/span>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rund 40 Prozent der Schweizer Bev\u00f6lkerung leidet an Parodontitis. 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